Karl Ferdinand

Ferdinand_Titel

Karl Ferdinand und Johann Ulrich übernehmen das Erbe gemeinsam. Das Bier erfreut sich großer Beliebtheit und durch weitsichtige und kluge Führung war ein weiterer Ausbau der Brauerei notwendig. Hierzu nutzen sie den von ihrem Vater zur Verfügung gestellten Platz oben auf der Bündt zur Erbauung einer der Zeit entsprechenden Braustätte mit Mälzerei und Kellereien.

Durch diese Erweiterung des Betriebes konnte die Erzeugung auf 800 hl erhöht werden, später dann auf 3000 hl.

1860 übernimmt Karl Ferdinand die Anteile seines Bruders. Karl Ferdinand führte die Brauerei umsichtig und sowohl das Gasthaus als auch das Brauunternehmen entwickeln sich äußerst günstig.

Am 24. April 1863 stirbt Karl Ferdinand überraschend an einem Herzschlag.

Anna Maria Huber - die erste starke Mohrenfrau

02_AnnaMaria

Nach dem Tod von Karl Ferdinand trägt Anna Maria Huber die Verantwortung über das Unternehmen. Sie meistert diese Herausforderung mit Bravour.

1869 veranlasst sie den Neubau des Gasthofes. Der neue Mohren wird die größte Gaststätte Dornbirns und unbestrittener Mittelpunkt der Gesellschaft.

Braumeister Anton Christadler

Da sich das Biergeschäft von Jahr zu Jahr mehr entwickelte, wurde im Jahre 1864 ein gelernter Fachmann zur Leitung des Brauereibetriebes eingestellt.

Die Wahl fiel auf den aus Wangen im Allgäu stammenden praktischen Braumeister Anton Christadler. Er war ein sehr tüchtiger Fachmann und leitete die Brauerei bis zum Jahre 1874. Sein Austritt erfolgte, um sich selbständig zu machen. Er kaufte das Gasthaus und Brauerei zum König an der Marktstraße, das er sehr erfolgreich weiterbetrieb.

Lagerkeller im Gütle

02_Guetle

Der Bierkonsum stieg von Jahr zu Jahr und es machte sich ein empfindlicher Mangel an Kellern zur Unterbringung des Bieres bemerkbar. 

1861 baute Karl Ferdinand, zur Lagerung eines größeren Quantum Bieres für den Sommerbedarf, an der Gütlestraße einen Felsenkeller. Diese Felsenkeller wurden damals wegen Ihrer Kältebeständigkeit bevorzugt, denn die Verwendung von Eis war immer noch unbekannt.

In dem Oberbau dieses Kellers, der heute noch besteht, befanden sich geräumige Zimmer, die für den Bierausschank hergerichtet waren. Es war damals Brauch, an Sonn- und Feiertagen im Sommer das kühle Bier direkt vom Lagerkeller aus zum Ausschank zu bringen. Dieser Brauch erhielt sich bis um das Jahr 1873, in welchem das Natureis als Kühlmittel eingeführt wurde. Der Keller stand bis zum Jahr 1882 in Verwendung, bis in der Brauerei selbst für genügend Lagerraum Vorsorge getroffen worden war, weil die große Entfernung vom Brauereibetrieb die Benützung dieses Kellers sehr unrentabel machte.

Louis Pasteurs Studien über das Bier

Bier wurde mehr und mehr wissenschaftlich erforscht. Ein berühmtes Werk ist die aus dem Jahr 1876 von Louis Pasteur stammende Studie "Etudes sur la bière".

Mit dieser Arbeit gewann Louis Pasteur seine Erkenntnisse über Mikroorganismen, die noch heute über die Getränkeherstellung hinaus in Biologie und Medizin fundamentales Wissen darstellt.

Seine wichtigste Entdeckung bezog sich auf die Mitwirkung von Mikroorganismen bei der Gärung. Pasteur brachte den Nachweis, dass niedrige Lebewesen aus der Luft in vorher keimfreie Stoffe gelangen und dort Fäulnis einleiten können.

Nach diesen Entdeckungen zogen Reinheit und Hygiene als oberstes Gebot in die Brauereien ein.

Der Begriff "Pasteurisation" (= kurzzeitiges Erwärmen von Substanzen zur Abtötung von Mikroorganismen) führt ebenfalls auf seine Studie zurück.