August Huber
August Huber übernimmt nach seiner Ausbildung im Ausland bereits ab 1872 an der Seite seiner Mutter erste Aufgaben in der Geschäftsführung.
Durch die kongeniale Führung durch Anna und August Huber kann die Mohrenbrauerei ihren Aufschwung und ihr Wachstum ungebremst fortsetzen.
Zahlreiche umfangreiche Entwicklungen und Erweiterungen fallen in diese 3. Führungsgeneration. Man wirtschaftete immer erfolgreicher. Der jährliche Ausstoß wurde bis zum Jahr 1890 auf 20 000 hl gesteigert.
Schon damals wurden technische Neuerungen umgehend in der Brauerei umgesetzt und somit war man jederzeit auf einem aktuellen technologischen Stand:
Umfangreiche Investitionen und Erweiterungen
- Errichtung eines Eisweihers und Eislagers in Mittelbrunnen
- Bau eines neuen Lagerkellers mit 1000 hl Volumen
- Umbau des Sudhauses
- Anschaffung eines Berieselungskühlers
- Anschaffung eines Heißluftmotors
- Anschaffung eines 4-pferdigen Lokomobils
- Zukauf von hochwertigem Hopfen aus den besten Hopfenanbaugebieten
- Anschaffung eines Dampfkessels
- Errichtung eines Tiefbrunnens
- Die erste Dampfmaschine des Landes kommt zum Einsatz, daran gekoppelt eine Kältemaschine
- Errichtung eines Bierdepots in Bregenz
Braumeister Franz Wetzel
1881 wurde der ausgezeichnete Braumeister Franz Wetzel eingestellt. Wetzel war ein äußerst tüchtiger Fachmann und verstand es, ein vorzügliches Bier zu brauen. Ein Umstand, der sich auf den Ausstoß sehr günstig auswirkte.
Nach seinem Ausscheiden aus der Mohrenbrauerei kauft Franz Wetzel das Gasthaus "Sternen" in Rankweil, welches sich bis heute in der Hand der Familie Wetzel befindet.
Berta Huber - erfolgreiche Geschäftsfrau
Nach dem unerwarteten Tod August Hubers übernimmt Berta Huber eines der größten Geschäfte im Lande. Berta führt die Geschäfte mit viel Geschick, investiert in technische Anlagen,
vergrößert die Brauerei weiter und kauft den Montafoner Hof.
Die Mohrenbrauerei beliefert mitlerweile neben vielen Städten in Vorarlberg auch das Fürstentum Liechtenstein.
Elektrifizierung der Mohrenbrauerei
1898 erfolgte die Erbauung des Elektrizitäts-Werkes Dornbirn in Ebensand im Gütle. Da in der neuerrichteten Gartenhalle des Hotel Mohren das elektrische Licht gleich installiert worden war, erfolgte die Belieferung mit Strom durch eine zu diesem Zwecke in der Brauerei aufgestellte Dynamomaschine.
Gleichzeitig wurde auch der Saal mit elektrischem Licht versehen, der bis jetzt mit Petroleumlampen beleuchtet war.
Die Einführung der elektrischen Energie für Licht- und Kraftzwecke brachte eine große Umwälzung in der technischen Einrichtung mit sich. Durch die bequeme Zuleitung war es nun
möglich geworden, in den entlegensten Gebäuden für die Produktion notwendige Apparate und Maschinen aufzustellen. Aber auch die elektrische Beleuchtung brachte eine große
Erleichterung mit sich. Hauptsächlich in den bis jetzt nur mit Kerzen spärlich beleuchteten Gär- und Lagerkeller.
Messebräu
Ganz Vorarlberg staunte, als die Mohrenbrauerei zur Gewerbeausstellung 1900 - der Dornbirner Messe von damals - ein eigenes "Messebräu" präsentierte. Ein köstliches Bier auf "Märzenbasis".
Diese Tradition wurde durch die Partnerschaft mit der Messe Dornbirn weitergeführt. Diese Kooperation trägt mit viel Engagement zu erfolgreichen Veranstaltungen bei.
Lindes Ammoniak-Kältemaschine
Carl Paul Gottfried von Linde erfand 1876 die Kältemaschine. Zur damaligen Zeit wurde wissenschaftlich bewiesen, dass für die Herstellung guten Bieres bestimmte Temperaturen erforderlich sind. Diese Temperaturen waren nur in den Wintermonaten gewährleistet, und dies auch nur in tiefen Kellern.
Durch die Erfindung der Kältemaschine wurde das Bierbrauen unabhängig von der Wintersaison. Die erste Kältemaschine wurde in einer Münchner Brauerei getestet.
1887 wird der erste Kältekompressor in der Mohrenbrauerei installiert.
Hefekulturen in Reinzucht
Dem Dänen Emil Christian Hansen von der Carlsberg Brauerei gelang es eine einzelne Hefezelle zu isolieren und sie auf einem künstlichen Nährboden zur Vermehrung zu bringen.
Mit der Reinzucht von Hefekulturen wurde der Gärprozess reiner und das Bier geschmacklich noch weiter verbessert.







